Neue AfD-Parteijugend – Osnabrück als Kaderschmiede?

Wenn in den letzten Wochen und Monaten über den „Rechtsruck“ in Deutschland gesprochen wird, dann kann und sollte die Diskussion sicherlich nicht ohne eine Auseinandersetzung mit der im November neu gegründeten AfD-Jugend „Generation Deutschland“ geführt werden. 

Die „Generation Deutschland“ ist inhaltlich in keiner Weise gemäßigter als ihre Vorgängerorganisation Junge Alternative (JA) – ihre Grundfeste sind Rassismus, Sozialchauvinismus, Antisemitismus und Antifeminismus. Zukünftig will sie professioneller auftreten, sie ist enger angebunden an die Mutterpartei. Gesehen werden müssen die ideologischen wie auch die personellen Kontinuitäten, die Vernetzung mit dem sog. „politischen Vorfeld“, bspw. der faschistischen Kaderschmiede Götz Kubitscheks in Schnellroda und weiteren rechten Strukturen. 

Nur wenn die Aktionsfelder, ihre Überzeugungen und die extrem rechten Akteure an sich in die Öffentlichkeit gezerrt und analysiert werden, können wir Gegenstrategien entwickeln und ihre Handlungsspielräume eingrenzen. Der Infoabend will dazu einen Anfang machen.

Die Rolle Osnabrücks und Umgebung

Auch wenn die AfD in Osnabrück selbst Schwierigkeiten hat Fuß zu fassen, Osnabrück ist beim Aufbau der Parteijugend nicht irrelevant. Mehrere auf bundes- und niedersächsischer Ebene aktive Figuren kommen aus Osnabrück und Umgebung: 

So ist bspw. mit Adrian Maxhuni ein langjähriges AfD-Mitglied aus dem Osnabrücker Landkreis (Gehrde) bei der Neugründung der „Generation Deutschland“ in Gießen vergangenen Jahres zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt worden. Den JA-Landesverband Niedersachsen hatte er bis zu dessen Auflösung 2018 geleitet. Maxhuni ist bundesweit vernetzt und arbeitet seit Jahren am Aufbau der AfD-Parteijugend, unterstützt wird er dabei von Marcel Queckemeyer (MdB) von der AfD Osnabrück Land. 

Auch an der Universität beginnen die Nachwuchsfaschisten ihre politische Betätigung auszuweiten und sind dabei eng verzahnt mit der Burschenschaft Arkadia Mittweida. 

Bundeweit relevante Kader der extremen Rechten kommen aus Osnabrück und dem Umland, vernetzen sich und bauen derzeit noch möglichst unter dem Radar der Zivilgesellschaft ihre Strukturen aus.

Den lokalen Vertretern schwebt eine gesellschaftliche Umwälzung hin zum völkisch-nationalistischen Autoritarismus vor, welche sie auf unterschiedlichen Ebenen voranzutreiben versuchen. Vollmundig kündigte Maxhuni an, auch in Niedersachsen lokale Ableger der „Generation Deutschland“ gründen zu wollen. Dass er hierbei auch Osnabrück und den Landkreis im Blick hat, gilt als sicher. 

In dem auf bundesweiten Recherchen und Aufdeckungen von Netzwerkstrukturen basierenden und mit journalistischer Unterstützung ausgearbeiteten Vortrag werden zum einen die Struktur, inhaltliche Ausrichtung und die Funktion der neuen AfD-Parteijugend herausgearbeitet. Zum anderen werden die Osnabrücker Strukturen & Figuren beleuchtet. 

Der Infoabend will somit einen Beitrag leisten, um einer zukünftigen Gründung von Ablegern der Parteijugend in und um Osnabrück schon jetzt einen möglichst schweren Start zu bescheren. 

Wenn extreme Rechte sich aus der Deckung trauen, stehen wir zusammen und machen ihnen jeden Raum streitig. 

Wann?

28.04.2026, 19:00 Uhr 

Wo?

Lagerhalle, Spitzboden
Rolandsmauer 26
49074 Osnabrück